Wales: Kelten und Gespenster in Pembrokeshire

Bei meinen Recherchen zu Geistern aus Pembrokeshire stieß ich auf eine Schlagzeile der BBC aus dem Jahre 2009, der zufolge der Geist von Dyfed dort den Tourismus vertreibe. Schuld an dieser Heimsuchung sei die veraltete Datenbank der britischen Post.

Die Kuh im Dolmen

Wesen im mythischen Ort

Eine veraltete Datenbank hat es der Landschaft Pembrokeshire in der Vergangenheit schwer gemacht von Touristen entdeckt zu werden. Diese missliche Lage Pembrokeshires, das ehemals Dyfed hieß, ist 2009 im Parlament debattiert worden. Schließlich hat der Postminister versprochen die Datenbank zu berichtigen, um eines Tages die Rückkehr Pembrokeshires und den Untergang Dyfeds feiern zu können. Derweil sind wir schon einmal hingefahren.

Natürlich fragte ich mich, welcher mächtige Geist eine ganze Landschaft verschlingen konnte und wurde sofort in einer Datenbank mit paranormalen Einträgen fündig. Dyfed lieferte hundert und einen Eintrag und Pembrokeshire nicht einen. Immerhin fand google bei der Suche nach Ghost und Pembrokeshire Informationen zur weißen Lady von Carew Castle und zum Geist zwischen Johnston and Steynton auf der A4076 hinter Haverfordwest Richtung Süden. An der Nordküste hingegen zwischen St. David’s Head und Fishguard haben sich noch keine Gespenster niedergelassen, was auch daran liegen mag, dass dort die Landschaft keltische Legenden erzählt.

Nahe einer strategisch günstig gelegenen Keltensiedlung soll König Athur begraben worden sein. Dass Arthur den großen Deckstein und seine Frau in ihrer Schürze die kleinen Stützsteine getragen haben könnte, wie es sich der Legende nach beim neolithischen Grab Coeten Arthur auf der Halbinsel Gower zugetragen haben soll, ist auch auf St. Davids Head, wo Wildpferde weiden, nicht auszuschließen.

Irgendwann sprangen Delfine durchs Meer: »Aber nein, es sind nur Felsen«, sagte mein Verstand, während andere Stimmen »Dolphins, Dolphins!« keckerten. Einer paranormalen Datenbank folgend warne die einst ins Meer gefallene Glocke der Kathedrale von St David’s Fischer vor dem nächsten Sturm. Bei Ebbe soll ein verunglückter Schaufelraddampfer zu sehen sein, was ein Hinweis auf die Funktionsstörung der Glocke wäre. Leider haben wir den Schaufelraddampfer nicht entdeckt.

Ganz anders präsentiert sich der Friedhof in Nevern, bei dem in der Tat über eine FSK-Beschränkung nachzudenken wäre. Allein schon die Fotos der blutenden Eibe auf Flickr schienen mir eindrucksvoll genug, um diesen Ort mit einem sechs Jahre altem Kind zu meiden. Selbst Wissenschaftlern und Botanikern ist ein Rätsel, warum einem abgeschlagenem Ast rot wie Blut eine Flüssigkeit entspringt und den Baumstamm hinunterläuft.

Der Legende nach blutet der Baum, seit an ihm ein Mönch erhängt wurde. Vor seinem Tod durch den Strick soll er ausgerufen haben, dass der Baum für seine Unschuld bluten werde und erst ein Waliser auf dem Thron von Nevern diesen Baum befreien könne. Die Wahrscheinlichkeit, dass das britische Königshaus den Baum überleben wird, ist sehr hoch. Ich jedenfalls würde nicht auf den Baum wetten und den Waliser einfach ins Europäische Parlament setzen.

So ganz ohne Altersbeschränkung sind die kleinen Wesen, die tanzend auf dem Dolmen Petre Ifan oder zur Bewachung daneben in roter Militäruniform gesichtet wurden. Nein, ich habe dort keine kleinen Männchen mit rotem Wams gesehen – möglicherweise war es denen einfach zu nass oder sie hatten sich als Wassertropfen und Blumen verkleidet. Vielleicht haben sie auch bloß ihre Adressen geändert und konnten wegen der veralteten Datenbank der britischen Post nicht mehr besichtigt werden.
#clapf

Inspiration: Fotogalerie von Nicolai Beuermann
Datenbank: Paranormales in GB
BBC: Ghost of Dyfed haunting tourism, 2009
Bild der Eibe: Nevern Bleeding Yew

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